Verein
01. Mai 2019 // 15.33 Uhr

Von der Förderung zur Mitbestimmung

Historischer Abriss zum Mitgliederverein Dynamo Dresden


Der „3. Dresdner Traditionstag“ rund um den 66. Vereinsgeburtstag stand in diesem Jahr unter der Überschrift „Dynamo Dresden als Mitgliederverein“.In dem Zuge hat die aktive Fanszene der SGD Interviews mit Vereinsmitgliedern geführt, die wir ab der nächsten Woche immer mittwochs als dreiteilige Serie veröffentlichen.

Ein kurzer Abriss zur Historie bildet den Einstieg!

Dynamo Dresden, die Nummer eins im Osten, ist ein mitgliedergeführter Verein. Das ist Fakt, historisch gewachsen und fest im Wesenskern der Sportgemeinschaft verankert.

Dabei liegt auf der Hand, dass das nicht immer so war. Rein formal haben die Mitglieder erst seit Juni 1990 ein aktives Mitbestimmungsrecht. Seinerzeit, wenige Monate vor der deutschen Wiedervereinigung, wurde der 1. FC Dynamo Dresden e.V. gegründet.

Doch eine gestaltende Rolle spielten Mitgliederversammlung und Vereinsgremien erst viel später. Zu Bundesliga-Zeiten, in den ersten Jahren nach der Wende, waren es wenige handelnde Personen, die die Legende aus Elbflorenz durch Misswirtschaft und das Verfolgen persönlicher Interessen finanziell und sportlich ruinierten.

Erst infolgedessen stellte Dynamo sich neu auf: Um das Schicksal des Vereins nicht weiter in die Hände einzelner Entscheidungsträger zu legen, wurde die Satzung überarbeitet. Wesentlichster Punkt: Die Mitgliederversammlung ist seither das oberste Organ des Vereins. So ist die schwarz-gelbe DNA von heute das direkte Erbe des Niedergangs des Clubs in den 90er Jahren.

{media-left}Bis zur Wende war Dynamo als Verein Bestandteil der Volkspolizei und somit keineswegs ein mitgliedergeführter Verein. Ab 1966 konnten neben den aktiven Fußballern auch Fans Mitglieder der Sportgemeinschaft werden. Drei Jahre nachdem in der BRD die eingleisige Bundesliga gegründet worden war, beschloss die Sozialistische Einheitspartei, dass grundsätzlich jeder DDR-Bürger das Recht haben sollte, Förderndes Mitglied in einem Sportverein zu werden. Der jährliche Mindestbetrag war auf 60 Mark festgeschrieben, eine Obergrenze gab es nicht – ebenso wenig wie Mitbestimmungsrechte.

140 Fördernde Mitglieder hatte die SGD 1973, im Jahr 1988 waren es 380. Die erhaltenen Aufzeichnungen dazu sind lückenhaft. Im Sommer 1990 hatten die 124 Gründungsmitglieder dann erstmals ein aktives Mitbestimmungsrecht.

In den folgenden rund 20 Jahren hat die Mitgliedschaft den Verein – durch Beiträge, Sonderumlagen und zahlreiche Spendenaktionen – nicht nur wirtschaftlich am Leben erhalten, sondern auch wegweisende Entscheidungen getroffen.

{media-right}So erfolgte 2007 nach einem aus den Reihen von ULTRAS DYNAMO initiierten Mitgliederbeschluss die Rückumbenennung in SG Dynamo Dresden. Ein Stück Traditionspflege, das sich der damals noch chronisch klamme, verschuldete Verein der Überlieferung zufolge einen sechsstelligen Betrag kosten ließ.

Das grüne Logo, für viele Dynamo-Fans bis heute untrennbar verknüpft mit dem Niedergang nach der Wende, wurde 2008 aus der Satzung gestrichen. 2014 und 2015 beschlossen die Mitglieder Sonderumlagen, die mehr als zwei Millionen Euro an zusätzlichen Mitgliedsbeiträgen einbrachten und zentraler Baustein bei der erfolgreichen Entschuldung der SGD waren. Und auch das zukunftsweisende Projekt der Gegenwart, der Bau des neuen Trainingszentrums im Sportpark Ostra, wurde 2016 durch die Mitgliederversammlung beschlossen, nachdem aktive Vereinsmitglieder Pro und Contra ausgetauscht und abgewogen hatten.

Es wird sich zeigen, welchen Bedingungen mitgliedergeführte Vereine künftig genügen müssen. Ob der gemeinnützige „e.V.“ Bestand haben kann, oder andere Modelle wie eine Anteilseignerschaft der Mitglieder das bestehende Modell ablösen. Eins steht jedoch fest – in Fußball-Dresden weht ein demokratischer Geist. Dynamo Dresden gehört den Menschen. Und es ist schwer vorstellbar, dass sich das einmal ändern sollte.

Dies ist eine migrierte News einer früheren Website-Version der SG Dynamo Dresden. Wir bitten um Verständnis, dass es aus technischen Gründen möglicherweise zu Fehlern in der Darstellung kommen kann bzw. einzelne Links nicht funktionieren.


 

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